Nasser Regen

 

Wir sollten stets an unserem inneren Frieden arbeiten, damit nicht eines dunklen Tages die Einsamkeit an unserer Seite steht. 


Ein Leben lang sind wir mit Selbstoptimierung und der Suche nach Vollkommenheit beschäftigt. Wir fesseln unseren Geist mit trügerischen Wogen erdachter Gemeinschaftlichkeit, weil wir denken, in den oberflächlichen Trends der Massen unsere persönlichen Antworten zu finden – doch keine Illusion wird den Selbstbetrug anstelle einer gesunden, menschlichen Vernetzung tragen können. Die Einsamkeit kennt nur zwei Pfade: den langen Weg zu uns selbst oder die Distanz der totalen Entgleitung. Doch eine Abkehr von unserem wahren Ich reißt schnell Brücken ein die unsere persönlichen Strukturen verhärten und verhindern, dass lebendige Ordnungen in unserer Seele wurzeln. 


Bewusstmachung führt stets zu einer verbesserten Kompetenz. 


Die Überzeichnung als Stilmittel folgt einem substanzlosen Trend und dient niemals der Perfektionierung. Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen – Geben und Nehmen sind selbstverständliche Gemeinsamkeiten und der soziale Austausch ist tief in unseren Genen verankert. Sinnvoll ist allerdings nicht alles, was unsere leistungsorientierte Gesellschaft uns vorschreibt – rhetorische Mittel als manipulative Werkzeuge sind allgegenwärtig um die vielen Facetten von Gier und materieller Triebhaftigkeit zu befriedigen. Die Ehrlichkeit zeigt sich in ihrer authentischen Form oftmals ungeschickt und ohne jeglichen Spielraum – spiegelt sie doch unretuschiert die Schönheit der Wahrheit. Sinnvoll ist immer dass, was wir als erfolgversprechend und wichtig erachten - die eigenen Autorität will gefunden werden. 


Bevor wir urteilen, sollten wir versuchen hinter die Dinge zu blicken. 


Der süsse Duft indiskreter Vertraulichkeit wohnt in jedem Selbstbetrug. Jegliche Diskriminierung stellt einen Übergriff auf Integrität und Menschlichkeit dar und gefährdet die Stabilität gewachsener Strukturen. Doch woher kommt die Ablehnung fremder Ordnungen und unterschiedlicher Gedanken? Meldet sich hier die weise Ahnung, dass wir uns doch nicht vom Anderen unterscheiden, wir uns aber stets höher positionieren müssen um uns erhabener zu fühlen? Oder sucht unser Ego die unbedingte Trennung gegenteiliger Sichtweisen, damit wir unserer Denkweise nicht beraubt werden und sich unsere Souveränität nicht in Frage gestellt sieht? 


Die Magie des Lebens wohnt in der Erkenntnis, dass nichts für die Ewigkeit bestimmt ist.

 

Lorenz Looke 2019 © Alle Rechte vorbehalten